Sicherheit entsteht durch Vertrauen
Sicherheit bedeutet, sich in seiner Stadt frei und geschützt bewegen zu können – auf dem Weg zum Bahnhof, beim Spaziergang entlang des Aubachs im Innenstadtbereich oder abends nach einer Veranstaltung. Haiger ist insgesamt eine sichere Stadt. Doch die Sicherheitskonferenz in Haigerseelbach im September 2025 hat deutlich gemacht: Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Präsenz, bessere Beleuchtung und stärkere Prävention. Sicherheit entsteht nicht allein durch Polizei oder Gesetze – sie wächst aus Vertrauen, Aufmerksamkeit und Miteinander.
Ergebnisse der Bürgerbefragung
Im Rahmen des hessischen KOMPASS-Programms (KommunalProgramm SicherheitsSiegel) wurde eine Bürgerbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse auf der Sicherheitskonferenz vorgestellt wurden. Das Fazit: Die Mehrheit der Menschen in Haiger fühlt sich sicher – doch einige Orte werden als unübersichtlich, dunkel oder unruhig wahrgenommen.
Besonders häufig genannt wurden:
- Der Bahnhof und sein Umfeld, die vor allem in den Abendstunden als unübersichtlich empfunden werden.
- Der Weg entlang des Aubachs im Innenstadtbereich, der durch unzureichende Beleuchtung für manche ein Unsicherheitsgefühl erzeugt.
- Öffentliche Plätze und Treffpunkte, an denen sich Jugendliche und junge Erwachsene versammeln, weil es zu wenige geeignete und betreute Räume gibt.
Diese Punkte zeigen, dass Sicherheit nicht nur eine Frage von Statistik, sondern vor allem von Wahrnehmung und Vertrauen ist.
Videoüberwachung – Wunsch vieler Bürger, rechtlich aber eingeschränkt
Ein zentrales Ergebnis der Bürgerbefragung war der Wunsch nach Videoüberwachung – insbesondere an sensiblen Orten wie dem Bahnhof oder dem Weg am Aubach. Viele Bürgerinnen und Bürger erhoffen sich davon mehr Schutz vor Vandalismus, schnellere Aufklärung und ein stärkeres Sicherheitsgefühl.
Als Polizist weiß ich aus Erfahrung, welchen Beitrag Videoüberwachung leisten kann, wenn sie sinnvoll und gezielt eingesetzt wird – sie kann Straftaten verhindern, Täter abschrecken und Ermittlungen erleichtern. Dennoch ist klar: Die rechtlichen Rahmenbedingungen lassen eine Umsetzung derzeit nicht zu. Das Datenschutzrecht setzt enge Grenzen, um die Privatsphäre zu schützen.
Wichtige Grundsätze:
- Nur bei konkreter Gefährdungslage erlaubt (Verhältnismäßigkeit).
- Kennzeichnungspflicht: Bürger müssen über Zweck und Verantwortliche informiert werden.
- Sensible Bereiche dürfen nicht erfasst werden.
- Speicherung nur für kurze Zeit (max. 48–72 Stunden).
Diese Regeln zeigen: Eine flächendeckende oder vorsorgliche Videoüberwachung ist aktuell nicht zulässig. Ich nehme den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger aber sehr ernst. Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, wie wertvoll moderne Sicherheitstechnik sein kann, wenn sie rechtskonform und verantwortungsvoll eingesetzt wird. Darum werde ich mich weiter aktiv dafür einsetzen, dass Haiger – sobald es rechtlich und technisch möglich ist – punktuell überwacht werden kann, dort, wo es wirklich sinnvoll und notwendig ist. Sicherheit braucht klare Regeln, aber auch entschlossenes Handeln.
Gemeinsam für ein sicheres Haiger
Die Sicherheitskonferenz in Haigerseelbach hat gezeigt: Sicherheit ist keine Aufgabe einzelner, sondern eine gemeinsame Verantwortung. Stadt, Polizei, Vereine und Bürger arbeiten bereits eng zusammen, um das Sicherheitsgefühl weiter zu stärken.
Besonders wichtig ist dabei auch der Dialog mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie prägen das öffentliche Leben, brauchen Freiräume – und zugleich klare Grenzen und verlässliche Ansprechpartner. Hier entscheidet sich, wie sicher und respektvoll das Miteinander in Haiger künftig sein wird.
Fazit
Haiger ist sicher – und soll es bleiben. Doch Sicherheit ist kein Selbstläufer. Sie braucht Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit und Zusammenarbeit. Ich stehe dafür, dass Haiger weiter an Sicherheit, Ordnung und Vertrauen arbeitet – konsequent, bürgernah und mit klarem Blick auf die Zukunft.